Qi-Mangel der Milz: Ein einfacher und umfassender Leitfaden
- Juan L. D. B.
- 5. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Wenn jemand zum ersten Mal einen Befund aus der Chinesischen Medizin hört – wie zum Beispiel Qi-Mangel der Milz – denkt man oft sofort an westliche Krankheiten, Blutwerte, Organe oder konkrete Verdauungsprobleme. Aber die Chinesische Medizin funktioniert anders.
Was bedeutet ein „Befund“ in der Chinesischen Medizin?
In der Chinesischen Medizin werden keine Krankheiten wie „Gastritis“, „Reizdarm“ oder „Magen-Darm-Infektionen“ diagnostiziert. Es bedeutet auch nicht, dass man sofort zum Arzt oder eine Darmspiegelung machen lassen muss.
Stattdessen identifiziert die Chinesische Medizin funktionelle Muster im Körper: wie die Energie (Qi) zu stark, zu schwach oder unregelmäßig fließt.
Ein Muster ist keine Krankheit, sondern ein energetischer Zustand, der sich bei längerer Dauer auf den Körper auswirken kann, aber an sich keine klinische Erkrankung darstellt.
Eines der häufigsten Muster ist der Qi-Mangel der Milz.
Was ist das Qi der Milz?
In der Chinesischen Medizin bilden „Milz“ und „Magen“ das Erde-System, das für folgende Funktionen zuständig ist:
Umwandlung von Nahrung in Energie (Qi) und Blut
Versorgung der Muskeln und Extremitäten
Regulation der Körperflüssigkeiten
Aufrechterhaltung der Grundenergie für den Alltag
Unterstützung der geistigen Klarheit und Konzentration
Wichtig:Wenn wir von „Milz“ sprechen, meinen wir nicht das anatomische Organ auf der linken Seite des Bauches. Es ist ein funktionales Konzept, eine Metapher für Verdauung, Energieproduktion und Alltagskraft.
Warum kann das Milz-Qi schwach sein?
Häufige Ursachen:
Schnelles Essen oder Essen unter Stress
Zu viel rohe, kalte oder sehr süße Lebensmittel
Unregelmäßige Mahlzeiten oder Auslassen von Mahlzeiten
Übermäßiges Denken, Sorgen oder Grübeln
Langanhaltende Müdigkeit
Genesung nach Krankheit
Feuchtes oder kaltes Umfeld
Typische Hinweise auf schwaches Milz-Qi
Jeder Mensch ist anders, aber häufige Hinweise sind:
1. Langsame Verdauung
Blähungen nach dem Essen
Völlegefühl
Längere Verdauungszeit
2. Energiemangel
Müdigkeit, besonders nach Mahlzeiten
Schweregefühl in Armen und Beinen
3. Sichtbare körperliche Zeichen
Blasse Gesichtsfarbe
Schwache Muskeln oder Muskelabbau
Tendenz zur Feuchtigkeitsansammlung (Gewichtszunahme, Völlegefühl)
Kalte Hände und Füße
4. Geistige Hinweise
In der Chinesischen Medizin unterstützt die Milz den Yi, den Teil des Geistes, der für Denken, Erinnern und Konzentration zuständig ist.Ein schwaches Milz-Qi zeigt sich oft durch:
Konzentrationsprobleme
Übermäßiges Grübeln (ja, Grübeln ist hier ein offizieller Qi-Killer!)
Wiederholtes Kreisen derselben Gedanken
Es entsteht ein Teufelskreis: zu viel Nachdenken schwächt die Milz, und eine schwache Milz führt zu noch mehr Grübeleien.
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Wie sich schwaches Milz-Qi im Hara, Puls und an den Punkten zeigt
Wenn jemand schon mal Hara-Fund oder Pulstastung gemacht hat, wird es spannend:
Hara (Bauchbefund): Das Milz-Qi fühlt sich oft weich, leer oder schlaff an. Manchmal merkt man leichte Blähungen oder ein schwaches Bauchgefühl nach dem Essen.
Pulsmessung: Das Milz-Qi zeigt sich an der mittleren linken Pulsposition. Bei Schwäche ist der Puls weich, schwach oder flach, manchmal wie ein Wattebausch, der gegen die Finger rollt.
Mu- und Shu-Punkte: Die klassischen Punkte, um das Milz-Qi zu spüren oder zu unterstützen, können sensibel oder schwach wirken. Mu-Punkt am Bauch, Shu-Punkt am Rücken – wenn sie sich „leer“ anfühlen, weiß man, dass die Milz ein bisschen Extra-Liebe gebrauchen kann.
Kurz gesagt: Hara, Puls und Punkte zeigen auf ihre eigene charmante Art, dass die Milz eine kleine Pause oder etwas Qi-Booster gebrauchen könnte – und das alles ohne dass jemand krank ist.
Alltägliche Gewohnheiten zur Unterstützung des Milz-Qi
Neben der Wahl sanfter, warmer Lebensmittel gibt es weitere einfache Maßnahmen:
1. Zeit zum Essen nehmen
Setzen Sie sich hin, atmen Sie durch und kauen Sie gründlich.
Schmecken Sie die Nahrung bewusst.
Diese Praxis unterstützt die Verdauung und spart Energie.
2. Süßes in Maßen
In der Chinesischen Medizin „schwächt zu viel Süßes die Milz“ und erzeugt Feuchtigkeit, die zu Schwere, Blähungen und Heißhunger führt.
3. Achtsamkeit beim Essen
Essen Sie nicht abgelenkt oder aus Angst, Langeweile oder Stress.
Bewusstes Essen reduziert Heißhunger und verbessert die Verdauung.
4. Geistige Pausen
Besonders nach den Mahlzeiten ist es wichtig, dem Geist eine Pause zu gönnen. Zu viel Denken oder Grübeln verbraucht Milz-Qi. Schon wenige Minuten Ruhe, Spaziergänge oder leichtes Entspannen helfen, den Energiefluss zu stabilisieren. (Handy beiseite legen, Netflix darf warten!)
5. Bewegung und Muskelaufbau
Das Milz-Magen-System ernährt die Muskeln und Gliedmaßen. Schwaches Qi zeigt sich oft durch müde Beine oder schwache Muskeln. Regelmäßige, sanfte Bewegung – wie Qigong, Spaziergänge oder leichte Kraftübungen – stärkt nicht nur die Verdauung, sondern reduziert auch Grübeln und geistige Erschöpfung. Wichtig ist Mäßigung und Kontinuität: besser kleine, regelmäßige Einheiten als plötzliche, intensive Belastung.
Wann ärztlichen Rat einholen?
Bei Unsicherheit, anhaltenden Beschwerden, unerklärlichem Gewichtsverlust oder Schmerzen sollten Sie immer medizinischen Rat suchen. Die Chinesische Medizin kann sehr gut mit westlicher Medizin kombiniert werden.
Zusammenfassung
Qi-Mangel der Milz ist kein Krankheitstitel, sondern ein funktionelles Muster, das schwache Verdauung, Energiemangel, Feuchtigkeitsansammlung und Grübeln beschreibt. Mit bewusster Ernährung, achtsamen Essgewohnheiten, moderater Bewegung und mentalen Pausen kann dieses Muster nachhaltig unterstützt werden.
(Und denken Sie daran: manchmal braucht die Milz einfach einen kleinen Power-Nap – Qi-Booster deluxe!)





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